26. April 2017

Meditation im Regen

Vor meiner Asien-Reise war ich so aufgeregt, dass gar nichts mehr ging. Weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste, hab ich meditiert. So war's:

Das gibt's ja gar nicht: Jetzt habe ich also zehn Minuten meditiert und das Gefühl gehabt, das wären nur 2 gewesen. Krass. Und ich habe tatsächlich vergessen, dass der Timer gehen wird. Schön. [Es war übrigens eine simple Atem-Meditation, während der ich - imaginiert - im Regen im Schneidersitz auf der Terasse meiner Eltern gesessen habe.]

Eigentlich witzige Erkenntnis 1:
Etwas, das für andere in der Regel unangenehm ist, muss für mich noch lange nicht unangenehm sein, ganz im Gegenteil. Regen zB.
Witzige Erkenntnis 2: Durch in ear-Kopfhörer während einer Meditation vom Umfeld abgestöpselt sein ist obersuper! Dank Dirk Beckmann [in diesem Video über seine Morgenroutine, 0:32-0:36] bin ich auf die Idee gekommen, währenddessen rainymood.com aufzurufen!
Witzige Erkenntnis 3: In Autosuggestion bin ich gut - aber das weiß ich ja schon etwas länger [führe ich bei Gelegenheit mal aus]. In diesem Fall waren's die Regentropfen, die mir einzeln, kühl und nass durchs Gesicht und über die Lippen gelaufen sind.

Fazit: Danke, war gut - das werd ich jetzt öfter machen.

PS:
Das war übrigens der Originaltext, den ich mittels Text-to-speech von Notepad diktiert habe:
das gibt's ja gar nicht jetzt habe ich also zehn minuten meditiert und das Gefühl gehabt das wären zwei Minuten gewesen krass und ich habe tatsächlich vergessen dass der Timer  gehen wird schön eigentlich witzige Erkenntnis 1 das was für andere unangenehm ist ich noch lange nicht unangenehm sein wegen z.b. Regen z.b. witzige Erkenntnis 2 vielmehr abgestöpselt vom Umfeld Kopfhörern Beckmann danke Dirk Beckmann einzige Erkenntnis 3 in Autosuggestion ich bin gut in aber das weiß ich ja schon etwas länger in diesem Fall waren es die Regentropfen dir durchs Gesicht und über die Lippen gelaufen sind
[Ich übe gerade erst... -.-]

2. April 2017

Veggie-Status

Vegetarierin seit einem Monat: Ich esse kein Fleisch, keinen Fisch und keine Meeres"früchte" [WTF]. Größtes, aber immerhin seltener werdendes Bedauern in Bezug auf Sushi, ansonsten ist alles tutti und es gefällt mir gut. :) [Gründe siehe unten]

Das für mich schönste: Ich musste mich nur knapp fünfmal aktiv gegen ein Essen verwehren, den Rest der Zeit war ich eh schon vegetarisch unterwegs. Na gut, das wäre durch den ansonsten ca. 5maligen Sushi-mit-Fisch-Konsum auch schon wieder aufgewogen worden... Aber nuntja.

Was mir aufgefallen ist: Einige Menschen nahmen sofort, nachdem ich meinen vegetarisch-Spruch brachte, an, ich wäre vegan! o_O Ob das nun daran lag, dass ihnen die Begrifflichkeiten nicht ganz klar sind oder ich so rüberkomme, als ob ich wenn, dann gleich ganz auf tierisch verzichten würde [was mich ja ehren würde!]... ditweeßickoochnich. Ich spekuliere auf ersteres. Hehe.

Achso, und um das kurz mal festzuhalten [jeweils etwa zu einem Drittel, Reihenfolge bewusst gewählt]:

Grund 1: Die armen Tiere.
Grund 2: Die arme Umwelt [hat auch Auswirkungen auf mich].
Grund 3: Meine Gesundheit.

Vegan fände ich besser, weil konsequenter [ja, für meineN MilchKäseEier werden auch Tiere in Massentierhaltung gehalten], ist mir aber [noch?] zu anstrengend. Und da ich mir auch nicht explizit vorgenommen hab, für immer und ewig vegetarisch zu bleiben, bin ich gespannt, wie es weitergeht. Nächster Status nach 'nem halben Jahr, denke ich.

Erstmal bleibt alles so, wie's jetzt ist :).

17. März 2017

Ziel erreicht.

tl;dr
Ich bin bekloppt und erfolgreich. Und hab jetzt Urlaub.

Der Tagesplan sah aus wie folgt: deutlich vor 8 zur Arbeit, Informationsveranstaltung von 8-9, bis kurz nach dem Mittag letzte Arbeitspakete und Urlaubsvorbereitungen abschließen und ab 14 Uhr die Teilnahme an einer wichtigen monatlichen Besprechung mit unbestimmter Länge. Danach wollte ich in die Bibliothek, um die vorbestellte Staffel 5 von Game of Thrones [:D!] und Teil drei der 2009er-Millenium-Trilogie [:D!] abzuholen, um smoooooth in den Urlaub zu kommen. - Das Problem: Die oben genannte unbestimmte Länge zieht sich bisweilen bis Richtung 17:30, die Bib schließt aber schon um fünf.

Gleich morgens war ich ein klitzekleines bisschen spät dran, joggte demnach locker anstatt zu gehen, was mich zwar leicht ölend, aber immerhin rechtzeitig dahin brachte, wo ich gebraucht wurde. Den Tag über schaffte ich dann auch tatsächlich fast alles weg, das weg musste. [Natürlich war ausgerechnet heute mein Outlook-Profil kurzzeitig und überraschend zerschossen bzw. mein selbstgeschriebenes Default-Formular für neue Termine über Nacht korrupt geworden [?], so dass ich gefühlt mehrere Stunden darauf verzichten musste, mir bei den 1003 Sachen, die mir zwischendrin immer so einfallen, Erinnerungstermine auf nach meinem Urlaub abzuspeichern oder mir und anderen Leuten Handlungsanweisungen in kommenden Terminen abzulegen - SEHR unkomfortabel, das!] Ich saß denn also in der wichtigen Besprechung und war entspannt. Auch noch um 16 Uhr. Zur Sicherheit ging ich um ~16:20 dann doch vorzeitig raus, um wenigstens noch den Schreibtisch aufzuräumen und ein paar eMails zu schreiben.

Ursprünglich hatte ich vor, allerallerspätestens um 16:30 zu gehen, was sich dann im Eifer der letzten eMails auf 16:43 ausweitete, bis mir beim Losgehen siedendheiß einfiel, dass ich ja nicht nur 11 [bis nach Hause] oder 10 Minuten [von zu Hause bis zur Bib] brauchen würde, sondern mindestens 15, wenn nicht sogar 20!!!1 Pythagoras, ich sag's euch. [Bib und Arbeit sind die Basispunkte eines etwa rechtwinkligen Dreiecks mit der Spitze "zu Hause". -.-] Ächz.

Ich joggte also wieder, gleichermaßen gepeinigt vom Nichtwissen der exakten Uhrzeit [Handy zu Hause vergessen... -.-] als auch von der Tatsache, dass ich heute zum ersten Mal im Jahr meine Zehenschuhe trug, über die ich meiner Kollegin just erzählt hatte, dass ja Laufen damit unbedingt ausreichendes und langsam steigerndes Training erfordert, weil sonst Achillessehne und Wadenmuskulatur massiv überlastet werden. _o_

Das mit der Uhrzeit löste ich, indem ich während meines Laufs [ich schaffte es tatsächlich und trotz völliger konditioneller Untrainiertheit durchzulaufen!] Passanten keuchend im Vorbeirennen nach der genauen Uhrzeit fragte. Beim ersten Mal war es 16:53 und ich verstand zuerst völlig entsetzt "4 Minuten vor 5", bis ich im Laufen drehend nochmal nachfragte, beim zweiten Mal dann "16:57". Da sah ich die Bib aber auch schon von weitem.

Um 16:59 betrat ich die [Schul-] Bibliothek und nahm noch die Hilfe einer Mitarbeiterin in Anspruch, weil ich zu blöd war, die zurückgestellten DVDs zu finden, entlieh sie beide flugs - um um [sic!] ~17:01 nach dem Schließen der Türen hinter mir im Vorhof der Schule glücklich zusammenzubrechen. Quasi. Wieder ölend fiel mir leider das mordsmäßige Ziehen in den Waden auf... Ob ich morgen noch laufen können werde?

Aber egal: Ziel erreicht!1 :D
[Und Urlaub. YAY!]

11. März 2017

Connie Palmen: Du sagst es.

Fiktive Autobiographie [?] der Ehe vom englischen Dichter und Schriftsteller Ted Hughes mit der amerikanischen Dichterin und Schriftstellerin Sylvia Plath. Ich kannte bisher nur deren Roman The Bell Jar [quasi-parallel? auch Die Wand von Marlen Haushofer] und wusste nix über die beiden, ihre Ehe oder den frühen Suizid von Sylvia.

Nachdem ich also das Buch über diese Ehe während des Lesens der ersten paar Seiten zweimal zugeklappt hab, weil ich es beinahe unerträglich [schlecht, viel zu blumig/exponiert] fand und nicht mehr weiterlesen wollte, las ich es dann doch und mit echt exponentiell wachsender Begeisterung bis hin zum überraschenden Tränenausbruch beim Lesen des Postskriptums.

Sehr einnehmende Übersetzung aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Großartiges Buch!
[Merker: Unbedingt nochmal The Bell Jar lesen.]

4. März 2017

default: depends.

Ich bin jetzt 35 und habe immer gedacht, ich persönlich wäre "nicht so" und würde ein wie-auch-immer-geartetes Gendern in keiner Form brauchen. Dann las ich [schon vor Monaten] englische Sätze und war nach "doctor" und nachfolgendem "she" überrascht. Das wiederum überraschte mich.

Seitdem schreibe ich, wenn ich schreibe, mit voller Absicht quasi-zufällig Arzt oder Ärztin, wenn ich Beispiele brauche und mich nicht auf einen konkreten Menschen mit eindeutigem Geschlecht beziehe. Das behalte ich mindestens so lange bei, bis mir selbst so etwas wie oben nicht mehr passiert.

PS: Hab ich das schon mal gebloggt?!

10. Dezember 2016

Tragödie

Dadurch, dass sie mit an Verzweiflung grenzender Beständigkeit versuchte, sich alle möglichen unterbewussten Bewegungsabläufe wie "gehen" oder "Zähne putzen" ins Bewusstsein zu zerren, starb sie verfrüht; weil sie


im Fallen







leider









eine Hundertstelsekunde zu lang





überlegen musste, mit welchem Arm das Abstützen wohl am erfolgversprechendsten sein würde.

6. Dezember 2016

Flickenteppich, hübscher.

Ich habe gestern und heute diesen Vortrag von Gunter Dueck [youtube.com] über die neue/jetzige Wissensgesellschaft und wonach sie [beim Menschen] verlangt gehört - und dabei kamen mir verschiedene Dinge in den Sinn:

Meine Eltern und ich wohnten in einem am Rand gelegenen Stadtteil von Oldenburg. Wenn wir in die Stadt gefahren sind, haben wir das meist mit dem Auto gemacht und etwa 15-20 Minuten gebraucht. Als etwa 9jährige hab ich dann meiner Mutter vorgeschlagen, für unsere Straße einen Schaukasten/eine Pinnwand aufzustellen, in der man anschlagen kann, wenn man schon weiß, wann man in die Stadt fährt. Und wie viele Plätze man im Auto frei hat.


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Ungefähr in der 7. Klasse bemerkte und äußerte ich, dass ich gar nicht weiß, wie lernen eigentlich geht - bzw. wie ICH denn bloß gut lerne. Weil ich es in den ersten sechs Schuljahren nicht wirklich nötig hatte und es einem in der Schule auch tatsächlich nicht beigebracht wurde.

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Etwa in der 9. Klasse stand ich immer zweimal die Woche in der großen Pause in der [ehrenamtlich von SchülerInnen und LehrerInnen organisierten] Schulcafeteria und verkaufte Brötchen und Kaffee. Ich konnte also selbst nichts essen in der Zeit. Mein Schulbrot aß ich also fast das gesamte Halbjahr unauffällig im ersten Teil des Deutschunterrichts, direkt in der Stunde danach. In den letzten Wochen bekam ich plötzlich einen riesen Anschiss von der Lehrerin, was ich mir denn einbilden würde, zu essen etc. pp. Ich habe sie zuerst während des Anschisses vor der ganzen Klasse davon überzeugt, nach der Stunde allein mit mir darüber zu sprechen und dabei dann auch davon, dass ich den Rest des Schuljahres in Ruhe zu Beginn der Stunde still und leise mein Brot essen durfte.
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"Ich organisiere lieber, als dass ich arbeite." Diesen Satz sprach ich mit Anfang 20 zu dem Sozialtyp in der Psychosozialberatung der Uni. Er lachte laut schallend und ich verstand es damals nicht. Und er dann: "Ist organisieren denn keine Arbeit?" - "Für mich nicht."


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In 2014 unternahm ich jeden Monat Dinge und Sachen, um herauszufinden, was ich ab 2015 beruflich machen möchte. Die Entscheidung gegen eine Ausbildung [PW auf Anfrage, wenn's mir hoffentlich wieder einfällt...] nach dem Lesen vom zugehörigen Wiki-Artikel war nur EIN Ergebnis davon, aber ein wichtiges. Bildung, nicht Ausbildung.